Lag es an der Fragestellung, an der Hitze oder dem Zwang, dass sprichwörtliche Sommerloch zu füllen?
Wahrscheinlich hat von jedem etwas dazu beigetragen, dass entsprechend der Überschrift und dem avisiertem Interviewzweck, die Lesererwartung nicht erfüllt wurde.
Der Landrat beklagt, dass in Strausberg noch zu wenig visionär und strategisch gedacht wird. Als Beispiel führt er den Umbau der Realschule für altersgerechtes Wohnen an und bescheinigt Seelow, schneller gewesen zu sein. Das die SWG mit dem „Gertrud Rossner Haus“ in der Schulstraße schon vor Jahren den ersten Schritt in diese Richtung getan hat, scheint nicht erwähnenswert. Was bitte schön, hat die fehlende Neuorientierung von Bad Freienwalde mit der angeblichen Strausberger Passivität zu tun? Dass die Kompromissbereitschaft des Kreises zum Uferwanderweg mit Bezug auf das Realisierungsbemühen der Stadt noch recht jungem Datums ist, hätte auch angemerkt werden sollen. Nicht erwähnt wird die Tatsache, dass die ablehnende Haltung zur Südspange nicht ausschließlich aus dem Rathaus kommt. Wo und bei wem die Stadt Lobbyarbeit betreiben soll, wird leider nicht gesagt, beim Bemühen um Aufnahme in das Stadtumbauprogramm, hat sie die Hände nun wahrlich nicht in den Schoß gelegt die Entscheidung des Ministeriums, ist also nicht in ihrer Passivität begründet.
Einen Zusammenhang zwischen Investitionen des Landkreises in Strausberg und die angebliche Passivität der Stadt, kann ich nicht erkennen. Mit der Formulierung „die Stadt“ ist jeder Einwohner angesprochen. Ob die Interviewaussagen zu mehr Aktivitäten anregen, darf sicher zu Recht bezweifelt werden.
W.W.
Über 2,5 Spalten werden im Beitrag Wünsche und im letzten Absatz die Realität dargestellt.
Als ich in der letzten Sitzung des Ausschuss für Bauen , Umwelt und Verkehr (BUV) die Frage stellte was der Geschäftsführer der Strausberger Eisenbahn (StEB) zu der Idee sagt, bekam ich keine Antwort. Konnte ich auch nicht weil jetzt belegt ist, er wurde gar nicht gefragt. Dafür hat er jetzt die Kostengröße für eine Stunde Fahrzeitverlängerung deutlich benannt und mit gegebenen Fahrgastzahlen die Fraglichkeit des Nutzeffektes untersetzt.
ÖPNV wird wirtschaftlich nie darstellbar sein, dass ist eine Binsenweisheit. Die Wahrung der Verhältnismäßigkeit zwischen Aufwand und Nutzen kann deshalb jedoch nicht einfach ignoriert werden. Nach meinem Vorschlag wäre realitätsbezogener, statt eines Prüfauftrages mit ideellem Inhalt durch die Verwaltung prüfen zu lassen, was die Stadtkasse und wie lange hergibt, damit dieser Gedanke Praxis wird.
Wenn Herr Sachse (die Linke) auf ÖPNV als Anspruch aus Steuerzahlung abstellt sei er freundlichst daran erinnert, dass dieser nicht Pflichtaufgabe der Kommunen, sondern des Landkreises ist. Vielleicht lässt er über die siebzehnköpfige Kreistagsfraktion der Linken zum Thema ja mal an dessen Tür klopfen.
Wolfgang Winkelmann
Lakonisch wurde dann in einem Satz bemerkt, auf Intension von Stadtverordneten Hans-Jürgen Mader (die Linke) blieb ein Paragraph für die Hauptsatzung (HS) zum Kinder- und
Jugendparlament (KJP) außen vor.
Das dies ausgerechnet auf Intension von Herrn Mader erfolgte, ist besonders makaber.
Mit Schreiben vom 01. März 2010 hatte sich dieser mit einem Brief an den Bürgermeister Thierfeld gewandt, in welchem er die Initiative zu einem KJP in den höchsten Tönen lobte ,
unter Anführung seines Alters (70 Jahre) die Wichtigkeit des kommunalpolitischen Nachwuchses betonte und die aktive Hilfe seiner Fraktion die Linke und insbesondere seine eigene bei der Vorbereitung versprach.
Der gebildeten Arbeitsgruppe (AG) zur Einrichtung eines KJP, wurde dieses Schreiben von Herrn Mader und seine konzeptionellen Vorstellungen zur Kenntnis gebracht.
Diese wurden weitgehend in den formulierten Paragraphen der keine Aufnahme in die HS fand eingearbeitet.
Erst unter Leitung der Kinder,- Jugend- und Sozialarbeiterin der Stadt Frau Anja Backs,
gelang der Zuwachs von jungen Leuten für die Mitarbeit in der AG.
Da der Beschluss zur Einrichtung eines KJP schon aus Juli 2008 datiert, legten sich diese erfrischend ins Zeug, um den Beschluss endlich in die Tat umzusetzen.
Da gegen die Inhalte des besagten Paragraphen seitens der Kommunalaufsicht keine Bedenken erhoben wurden, ist die Aussage von Herrn Mader zur Sitzung der SVV am 03.06.2010 der Paragraph enthalte rechtwidrige Formulierung ohne Nennung derselben, eine Behauptung ohne Beweis und außerdem ein Affront gegenüber der Kommunalaufsicht und die eineichenden Bürgermeisterin.
Was mögen die anwesenden Jugendlichen der AG bei diesem Prozedere empfunden haben.
Ihr 0ptimismus wurde sicher minimiert und das wird auch bei der von ihnen für den 18. Juni 2010 vorbereiteten Jugendkonferenz seinen Niederschlag finden. Damit wurde bedenkenlos ein moralischer Schaden angerichtet, dessen Tragweite noch nicht eingeschätzt werden kann.
Besonders bemerkenswert, dass der besagte Paragraph im Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Sport- und Soziales und auch im Hauptausschuss Zustimmung fand. Letzterem gehört auch Herr Mader an der jedoch dem Vernehmen nach, an der betreffenden Sitzung nicht teilgenommen hat. Da die Aufnahme in die Hauptsatzung ausschließlich durch die Fraktion der Linken mit ihrem Potential von 14 Stimmen verhindert wurde ist offensichtlich, dass ein einzelner Herr in der Lage war, unter Überschätzung seiner Rechtskenntnisse den Sinneswandel einer ganzen Fraktion herbeizuführen. Wenn das Beispiel Schule macht, könnten sich die Linken in Strausberg getrost Maderpartei nennen.
W.W.