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Bebauung Johanneshof

Wer sich daran erinnert, kennt noch die Diskussionen um die Osterweiterung Arbeitstitel Fasanenhöhe. Zum Projekt auf damals 28 ha Fläche gehörte auch die Umgehungstangente über Rehfelde Richtung Strausberg. Die Nord/Ostumgehung kam aus vielerlei Gründen nicht zu Stande. Übrig geblieben ist aus dem Jahre 2004 das Baugebiet Mondsee. Die heutige Variante, die durch Verkauf der Fläche von der BVVG möglich ist, ist wesentlich kleiner. Erregt aber umso mehr die Gemüter der Bürger. Ich sage hier bewusst, der Bürger, denn wie beim letzten Ortstermin die Nummernschilder an den Autos verrieten, gibt es auch reges Interesse von Bürgern anderer Kreise aber auch aus anderen Ortsteilen Strausbergs. Es ist nachvollziehbar, dass die Anwohner um ihre Umgebung fürchten. Da ist die Pflegemutter, die die Naturnähe im Konzept ihrer Einrichtung aufführt. Da sind die Bedenken wie das Zusammenleben mit den späteren Bewohnern von 77 Eigenheimen funktionieren würde. Viele argumentieren, dass die Stadt noch im Innenstadtbereich Flächen frei hat, die man zunächst bebauen könnte. Aus Bürgersicht nachvollziehbar, denn man sieht einige unbebaute Flächen, kennt aber die Hintergründe nicht.

Die benannten Flächen, wie die alte Polizei, sind ein Flickenteppich von Besitzverhältnissen. Das Land, die Stadt und vor allem Private Besitzer treffen hier aufeinander. Das Ganze zu ordnen braucht Zeit, denn die Polizei ist noch nicht lange an ihrem neuen Standort. Die angesprochenen Flächen in der Hegermühlenstraße haben auf Grund ihrer früheren Nutzung zum Teil noch Sperrfristen von 4 Jahren. Die meisten anderen relevanten Flächen sind veräußert. Da auch Planungen und Bauanträge Zeit brauchen, sieht der Bürger noch nichts von einer Bebauung. Die Möglichkeiten in der Innenstadt sind also deutlich begrenzt und Privatbesitzer von Flächen kann man zum Bauen nicht zwingen. Es sei denn sie halten ihr Grundstück nicht in Ordnung und gefährden die Bevölkerung durch herabstürzende Dachteile oder anderes. Hier haben wir zugegeben Reserven und schöpfen nicht alle Möglichkeiten aus. Ob konsequenteres Handeln hier aber größeres Potenzial freisetzen kann, ist fraglich. Unabhängig davon braucht Strausberg Bevölkerungswachstum um auch in den nächsten Jahrzehnten noch als Stadt alle anstehenden Aufgaben erfüllen zu können. Für Schulen, Kindergärten, Verkehrswegeunterhaltung und vieles mehr braucht man Geld. Schließlich wirken attraktive Einwohnerzahlen auch auf Gewerbeansiedlungen und Einzelhandel. Deshalb wird auf Dauer die Osterweiterung unserer Stadt nicht aufzuhalten sein.

Unsere Fraktion steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, hat aber große Bedenken hinsichtlich der verkehrsseitigen Erschließung. Die Rehfelder Straße ist absolut nicht geeignet für die Aufnahme der Verkehrsströme. Es gilt eine Anbindung an die Garzauer Chaussee ernsthaft zu prüfen. Außerdem sollte die Stabilisierung unseres Grundwasserspiegels bei den Vorgaben zur Bebauung stärker einbezogen werden. Stadt und Anwohner sollten im Gespräch bleiben. Das aus den vorher über 100 Eigenheimen innerhalb der Planung 77 übriggeblieben sind, darf als Zeichen für die Dialogbereitschaft der Stadt gesehen werden. Im Gespräch bleiben und sachlich Argumente austauschen, ohne ehrabschneidend zu handeln, befördert das Gespräch. Es setzt aber auch Kompromissbereitschaft voraus und den Willen zur Einigung. Eine Einbahnstraße kann es für keine Seite sein.

Sonja Zeymer

Fraktionsvorsitzende der UfW